Sind die Bilder nicht gut…

hast Du nicht hart genug selektiert!

Ich nehme mein kürzlich fertiggestelltes Interieur/ Architektur Portfolio zum Anlass, um dieses Thema mal anzusprechen. Dass meine Webseite sich erst nach und nach mit den Bildern der letzten Jahre füllt, hat einen Grund: es sind Unmengen an Fotos! Den Besuchern dieser Seite kann ich aber nicht die 50.000 Bilder zumuten, die ich in den letzten 3 Jahren an meine Kunden verkauft habe.

Man muss also eine Auswahl treffen. Diesen Auswahlprozess kann ich jedoch schlecht anhand rationaler Kriterien beschreiben. Die von mir ausgewählten Bilder sollten eine konsistente Bildsprache aufweisen. Für die lineare Durchsicht des Portfolios sollte sich eine visuelle und thematische Dramaturgie ergeben. Aufgrund des Layouts können Hochformataufnahmen nur als Zweiercollage gezeigt werden. Beide Bilder müssen also auch zueinander in einer Relation stehen. Von drei tollen Bildern muss also zwingend eins ausgesondert werden.

Alles in allem muss man beim Selektieren unheimlich viele Entscheidungen treffen, reflektieren und revidieren. Dieser Vorgang ist für mich nicht weniger anspruchsvoll als die Bildgestaltung mit der Kamera, bei der es ebenfalls fast ausschließlich um Entscheidungsprozesse geht.

Exemplarisch habe ich einen Mitschnitt von 3,5h Computerarbeit gemacht, bei der es darum ging, mein Architekturportfolio mit den neueren Aufträgen zu aktualisieren. Insgesamt standen dazu rund 120 Kandidaten zur Verfügung (und diese sind bereits eine Vorselektion aus  vielen Hunderten). Für meine Webseite habe ich diese in 15 Tableaus (mit insgesamt 25 Fotos) zusammengestampft. Die vielen kleinteiligen Schritte habe ich mit einer Demoversion der Software “Screen Flow” aufgezeichnet und im Zeitraffer beschleunigt. (in Zukunft dann mit der Vollversion : )  )

Das Ganze ist für mich essentieller Teil der Fotografie. Selektion zur Generierung von Bedeutung. Meine Speicherkarte mal eben dem Kunden geben, die Bilder von einem Shooting mal eben auf Flickr laden…? Nein! Denn mit einer bewussten Selektion lässt sich ein Konzept, ein Gefühl oder eine Idee von dem fotografierten Thema präziser transportieren. Keine oder eine schlechte Selektion kann im schlechtesten Fall die Botschaft verwässern und lässt herausragende Bilder untergehen. Weniger ist oft mehr.

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Viele Grüße

Christoph


Eine Antwort zu “Sind die Bilder nicht gut…”

  1. Steven sagt:

    Beeindruckend! Ich fühle mich meist schon überfordert in Lightroom das beste Bild von 20 zu ermitteln…

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