Livepainting V1.0 – das Licht bei der Arbeit sehen

Immer wenn sich Fotografen wichtig tun wollen, dann reden sie blumig vom Malen mit Licht… oft ist dann festzustellen, dass unter “Malen mit Licht” auch das Abfotografieren von Sonnenuntergängen oder zur Saison passend ein Weihnachtsgesteck mit Kerze in der Mitte ausreicht.

So einfach möchte ich es mir hier nicht machen. Die Ansage, tatsächlich mit Licht zu malen, habe ich ja schon öfters eingelöst (im Portfolio freie Arbeiten, gibt es einige Lichtmalereien zu sehen) jetzt aber will ich noch eine Stufe weitergehen und dem Licht live bei der Arbeit zusehen.

Schon oft habe ich mir gewünscht, den Prozess der Lichtmalerei visualisieren zu können. Das, was die Kamera während der mehrminütigen Aufnahme sieht, nämlich die Pinselstriche meiner Taschenlampen blieb bislang nur im Ergebnis sichtbar, als fertiges Foto. Mit neuster Nano-HD-AfterEffects-Render Technologie 🙂 ist es mir nun gelungen alle Lichtpinselstriche einer Lichtmalerei, einzufangen und in eine neue Darstellungsform zu überführen. Hört sich wichtig an, oder? Nun, vielleicht ist es das auch ein wenig! Zwar ist alles mit längst existierenden Werkzeugen umgesetzt worden, aber offensichtlich bin ich der erste Lichtmaler, der eins und eins zusammenzählt. Falls jemand vergleichbare Annsätze kennt, bitte ich dringend um Feedback in diesem Blog.

Ich nenne es solange Livepainting. Version 1.0

Hier ist ein Video, ich denke, es erklärt sich von selbst.

YouTube Preview Image

Hier noch die Links zu Youtube und Vimeo.

Ich kann es kaum abwarten, meine Livepaintings in neuen Projekten zu verfeinern. Denkbar sind völlig neue interaktive Lichträume, die bei Klick oder Berührung Lichtfarbe, Lichtrichtung oder Lichtintensität verändern. Die eben wirklich zeigen, was “Malen mit Licht” bedeutet. Wie das Licht elementar auf die Form der Dinge einwirkt, wie Licht die Wirklichkeit formt und verändert.

Obwohl ein Foto die falsche Präsentationsform für ein Livepainting ist, und der Weg als Ziel anzusehen ist, zeige ich ein Standbild des Livepaintings bei ca. 3:40min Belichtungszeit. Darunter kommen noch zwei Lichtmalereien der alten Schule.

Großen Dank an meinen Papa, der mich als Timing- und Caddyassistent begleitet hat. 🙂


6 Antworten zu “Livepainting V1.0 – das Licht bei der Arbeit sehen”

  1. Robert sagt:

    Hi Christoph,

    hab mir grad die Zahnarztstuhl-Videos angeschaut. Coole Sache… muss ich ja sagen. Aber ist leider nicht das erste was ich in der Form kenne. Ich glaub es war 2009 oder so, als ich das hier gefunden hatte:

    http://www.lankyboy.com/Mercedes.html

    Schöne Grüße
    Robert.

  2. Christoph sagt:

    HI Robert,

    danke Dir für den Kommentar! Das coole Mercedes Video von Trevor Owen kenne ich! Das Teil hat mich in der Tat bewogen, mir erstmals Gedanken über das Thema zu machen. ABER, er hat alles mit Fotos und einer extrem aufwendigen Nacharbeit (3 Wochen, laut Nikon Pro) gemacht. Ich habe alles mit HD Video und 3 Tagen Postproduktion hinbekommen. Alle Einspiegelungen in meinem Video sind real und genau da wo sie hingehören. In dem Mercedes Video ist alles Einzelbild für Einzelbild in Photoshop mit Masken einradiert worden. Dennoch, das Mercedes Video ist toll! Habe jetzt schon viele weitere Ideen, die Technik voranzubringen, da sind noch unheimlich mehr coole Sachen möglich. Wenn ich nur mehr Zeit zum Experimentieren hätte…

    Viele Grüße
    Christoph

  3. Martin sagt:

    Sehr, sehr, geil!
    Überhaupt, deine ganzen hier präsentierten Bilder und Videos sind wirklich der Hammer!
    Was mich jetzt aber noch interessieren würde: Wie hast du das gemacht, dass die “Lichtpinselstriche” in dem Video bleiben und nicht wieder verschwinden. Mir würde da spontan jetzt nur einfallen nach jedem abgelaufenen Frame das Video in einer neuen Spur von vorne beginnen zu lassen, aber du hast da doch bestimmt einen einfacheren Weg genommen, oder?

  4. Martin sagt:

    Hi Christoph, ich bin’s nochmal.
    Du willst ja wahrscheinlich nicht verraten wie du das gemacht hast oder? Ich denke mal Betriebsgeheimnis 😉
    Aber ich habe mich nochmal etwas umgeschaut und habe ein fast drei Jahre altes Video gesehen, wo jemand eine ähnliche oder die gleiche Technik verwendet hat: http://www.youtube.com/watch?v=5BcX6YA2VeU In dem Youtube-Account sind noch einige andere Videos dieser Art.
    Aber vielleicht beantwortest du mir ja diese Frage: Hast du das mit vorhandenen Mitteln/Effekten in After Effects/Premiere gemacht oder hast du einen komplett neuen Effekt erstellt?

    Grüße, Martin

  5. Christoph sagt:

    Hi Martin,
    vielen Dank für den Link, kannte ich noch nicht. Ja, das deutet auf die gleiche Umsetzung hin. Ich würde die Technik selbst noch gerne weiterentwickeln und ein paar mehr Projekte damit umsetzen. Möchte da auch gerne mehr draus machen, als ein paar Lichtgraffitis in die Luft zu malen. Der Effekt ist bereits in AE/ Premiere integriert.
    Wie so oft: die technische Umsetzung ist das eine, viel schwieriger ist es guten Input zu produzieren… möglichts gut um die Ecke zu denken. Lass mich noch ein bisschen austoben, wenn ich das Gefühl habe, dass es sich (für mich) abgenutzt hat, lass ich was durchsickern, ok? 😉
    LG Christoph

  6. Martin sagt:

    Danke für die Antwort!

    Na, dann hoffe ich mal, dass es sich für Dich nicht so schnell abnutzt, denn ich bin gespannt was du noch so alles damit umsetzen wirst.

    Grüße, Martin

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