Einmal Gruppenfoto bitte!

Die dunkle Jahreszeit ist in vollem Gange: Es ist vor allem die Zeit der großen Weihnachtsbaum-Rankings!

Welcher hat die meisten Lichter, die meisten Kugeln, die meisten Nüsse, trägt die prächtigsten Geschenke? Überhaupt, welcher ist der Größte, der Breiteste oder der Schiefste (im Sinne eines schiefen Turmes)? Jedes dieser frei assoziierten, aber deswegen nicht weniger abwegigen Kriterien stiftet ein Regime der Sieger, die sich genüsslich nach der Hemisphäre, Kontinenten, Ländern, Kantonen, Landkreisen, Kleingartenanlagen oder deren urbanen Gegenspielern, den Selbstversorgerbalkonen, feiern lassen, bis hin zur Keimzelle weihnachtlicher Wettkampfkultur, dem heimischen Wohnzimmer.

Glücklicherweise habe ich damit nichts am Hut und durfte stattdessen ein Shooting auf Kölns höchstem Bürogebäude, dem Kölnturm in Angriff nehmen. OK, der weihnachtliche Kontext schwingt auch hier mit. Es sollte ein Gruppenmotiv für eine Weihnachtskarte geschossen werden. Kunde war Art Invest (lieben Dank an Heike Vosshenrich).
Was zunächst wie ein relativ einfach zu lösender Job aussah, stellte sich dann als recht kniffelige Aufgabe heraus. Wir wollten ein stimmungsvolles Bild bekommen, hatten zum Zeitpunkt des Shootings aber noch volles Tageslicht. Leider musste ein großer Teil der Leute, schnell in den Flieger und wir konnten nicht bis zur blauen Stunde warten. Zudem war ein recht hoher Kamerastandpunkt nötig, um über die Leute auf die Stadt schauen zu können. Allein das war schon eine Aufgabe für sich, denn erst nach diesem Job beschloss ich, mir ein extralanges Kamerastativ zuzulegen. Glüchlicherweise waren drei Bistrotische greifbar. Dann kam noch konstanter Regen dazu, der mir die Kameralinse in drei Meter Höhe ständig verregnete. Habe ich bereits erwähnt, dass es ca. einen Meter neben meinem prekären Kamerastandpunkt gute 100 Meter nach unten ging? Selbstverständlich hatte ich einige helfende Hände dabei, sodass nichts und niemand über die Klippe ging.

Vor Ort entwickelte ich dann den Plan, die Gruppe bei Tag zu fotografieren und dann eine gute Stunde später die Umgebung im Zwielicht. Beide Aufnahmen sollten dann elegant in Photoshop vereint werden. Außerdem musste noch eine Person, die am Termin nicht konnte, zu einem späteren Zeitpunkt fotografiert und hineinmontiert werden. Hinzu kommt, wie bei jedem Gruppenbild, dass es eigentlich kein Foto gibt, auf dem alle Personen in die Kamera schauen, die Augen geöffnet haben… usw. also musste auch das gefixt werden.

OK, so sah dann mein Abend am Rechner aus. Habe von der Bildbearbeitung einen Mitschnitt gemacht.

YouTube Preview Image

Und hier ein paar Making-of-Schüsse: Originalsituation und Greenscreen-Nachbau des Settings im Foyer.

Frohe Weihnachten 🙂


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