Alles was der Markt verlangt.

OK, fast alles 😉

Als Fotograf war ich die letzten 3 Jahre immer mit Nikon Kameras und Objektiven unterwegs. Die Kameras wurden immer ausgefeilter, mein Erfahrungsschatz wurde grĂ¶ĂŸer, die Bilder im Prinzip immer besser. Eigentlich zu schön und gerne könnte es so weitergehen. Wenn da nicht seit zwei Jahren eine Entwicklung im Gange wĂ€re, die langsam aber sicher auf uns Fotografen zurollt. Die Rede ist von der zunehmenden Verschmelzung von Fotografie und Film. Beides sind traditionell eher stark voneinender getrennte Bereiche mit unterschiedlichen Zielmedien:  Printmedien vs. audiovisuelle Massenmedien, allen voran das klassische Fernsehen.

Heute verwischen diese Grenzen immer mehr. Das klassische lineare, den Tagesablauf strukturierende Fernsehen, wird durch Videocasts in Mediatheken, neue Inhalteproduzenten und DistributionskanĂ€le, schnelle Netze und komfortable EndgerĂ€te mĂ€chtig aufgemischt. Filme, Videos schaut man heute zu jeder Zeit on demand und an jedem Ort. Diese Inhalte sind heute so gut verfĂŒgbar wie noch nie. Denkt man das zu Ende, so muss sich jeder Werbetreibende heute und in Zukunft fragen, ob er die Chancen der neuen KanĂ€le, Netze und EndgerĂ€te mit einer Fotokampagne ausreichhend nutzt. Ganz sicher ist der Fotograf keine aussterbende Lebensform, die in Zukunft nur noch in behĂŒteten Reservaten heimisch sein wird. Aber ich bin mir sicher, dass die Frage was Fotografie auf der einen Seite, was Film auf der anderen Seite leisten kann, von potentiellen Kunden stĂ€rker reflektiert werden wird.

Es entstehen also derzeit verstĂ€rkt neue MĂ€rkte fĂŒr datenintensivere und dynamischere Inhalte. Fotografen haben die Möglichkeit aufgrund verwandter Anforderungen (eigene Bildsprache, Konzeption, Ă€hnliche technische Infrastruktur) bestehende oder neue Kunden beim Entdecken dieser MĂ€rkte zu begleiten. In dieser Phase befinde ich mich derzeit auch. Ich sehe diese Entwicklung keineswegs negativ, sondern eher als eine Bereicherung meiner erzĂ€hlerischen Mittel um eine weitere Dimension. Am Schluss möchte ich ein Ă€sthetisches visuelles Produkt herstellen, wenn es durch Bewegung und/ oder VerĂ€nderung der Perspektive usw. mehr Wirkung entfalten kann, umso besser.

Aller Anfang ist schwer aber auch spannend, und so stelle ich mir gerade die notwendigen Tools zur Umsetzung der neuen Ideen zusammen. Aufgezeichnet wird das Filmaterial mit einer Canon 5D II in Full HD Auflösung an der ich alle meine Nikon Objektive nutzen kann, durch die ich die Welt genauso sehen kann wie bei meinen fotografischen Arbeiten. Das Youtubevideo oben zeigt einen von mir gebauten Kameradolly, eine Schiene, auf der man sanfte Kamerafahrten realisieren kann. Zu Anschauungszwecken ist die Schiene im Bild zu sehen 🙂 Dann gibt es noch viele Baustellen deren Lösung unmittelbar bevorsteht oder bereits abgeschlossen ist: Schwebestativ, Kopf fĂŒr Schwenks, hochwertige Audioaufzeichnung und SchĂ€rfenachfĂŒhrung. Geschnitten und Nachbearbeitet wird ĂŒbrigends  mit Adobe Premiere und Adobe After Effects CS5 auf einem 8-Core Mac Pro.

Im nÀchsten Blog Beitrag zeige ich dann endlich meinen ersten kurzen Imagefilm.


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