Archiv für Dezember 2012

Nr.61

Mittwoch, 26. Dezember 2012

Um Nr.61 zu fotografieren, standen mir nur 2,5 Stunden zur Verfügung. Dabei ist es bei Architekturfotografie nicht ungewöhnlich, länger als zwei Stunden an nur einem Foto zu arbeiten. Denn ich kann für gewöhnlich wenig bis gar nicht auf das verfügbare Licht aufbauen.

Ausnahmen gibt es natürlich immer wieder: spektakuläre Lichtsituationen bei tief stehender Sonne, alle möglichen Lichtfarben nach Sonnenuntergang bis zur blauen Stunde oder durch den Architekten gestaltetet Lichtmodellierungen (was leider sehr selten vorkommt). In aller Regel aber muss ich mich in unseren Breitengraden an 80% aller Tage mit grauen Wolkendecken und einem fahlen Unlicht der langweiligsten Sorte zufrieden geben.

Letztlich muss aber auch Architekturfotografie planbare Ergebnisse liefern. Daher nutze ich seit Jahren starke mobile Blitze, um mir die Lichtsituationen zu schaffen, die am besten passen. Im Innenraum funktioniert das sehr gut. Dieser Ansatz schafft zwar eine fast unbegrenzte Anzahl an Beleuchtungsmöglichkeiten aber mit zunehmender Komplexität steigt auch der Aufwand für Lichtaufbauten und Sicherung der Stative. Durch meine Erfahrungen der letzten Jahre habe ich aber auch gelernt, die Motive mit niedrigerem Beleuchtungsaufwand schneller zu identifizieren und umzusetzen.

Die Ausbeute unten finde ich für 2,5 Stunden Fotografie in Ordnung. Den Auftrag habe ich für Rötzer-Ziegel-Element-Haus GmbH umgesetzt.

Einmal Gruppenfoto bitte!

Mittwoch, 19. Dezember 2012

Die dunkle Jahreszeit ist in vollem Gange: Es ist vor allem die Zeit der großen Weihnachtsbaum-Rankings!

Welcher hat die meisten Lichter, die meisten Kugeln, die meisten Nüsse, trägt die prächtigsten Geschenke? Überhaupt, welcher ist der Größte, der Breiteste oder der Schiefste (im Sinne eines schiefen Turmes)? Jedes dieser frei assoziierten, aber deswegen nicht weniger abwegigen Kriterien stiftet ein Regime der Sieger, die sich genüsslich nach der Hemisphäre, Kontinenten, Ländern, Kantonen, Landkreisen, Kleingartenanlagen oder deren urbanen Gegenspielern, den Selbstversorgerbalkonen, feiern lassen, bis hin zur Keimzelle weihnachtlicher Wettkampfkultur, dem heimischen Wohnzimmer.

Glücklicherweise habe ich damit nichts am Hut und durfte stattdessen ein Shooting auf Kölns höchstem Bürogebäude, dem Kölnturm in Angriff nehmen. OK, der weihnachtliche Kontext schwingt auch hier mit. Es sollte ein Gruppenmotiv für eine Weihnachtskarte geschossen werden. Kunde war Art Invest (lieben Dank an Heike Vosshenrich).
Was zunächst wie ein relativ einfach zu lösender Job aussah, stellte sich dann als recht kniffelige Aufgabe heraus. Wir wollten ein stimmungsvolles Bild bekommen, hatten zum Zeitpunkt des Shootings aber noch volles Tageslicht. Leider musste ein großer Teil der Leute, schnell in den Flieger und wir konnten nicht bis zur blauen Stunde warten. Zudem war ein recht hoher Kamerastandpunkt nötig, um über die Leute auf die Stadt schauen zu können. Allein das war schon eine Aufgabe für sich, denn erst nach diesem Job beschloss ich, mir ein extralanges Kamerastativ zuzulegen. Glüchlicherweise waren drei Bistrotische greifbar. Dann kam noch konstanter Regen dazu, der mir die Kameralinse in drei Meter Höhe ständig verregnete. Habe ich bereits erwähnt, dass es ca. einen Meter neben meinem prekären Kamerastandpunkt gute 100 Meter nach unten ging? Selbstverständlich hatte ich einige helfende Hände dabei, sodass nichts und niemand über die Klippe ging.

Vor Ort entwickelte ich dann den Plan, die Gruppe bei Tag zu fotografieren und dann eine gute Stunde später die Umgebung im Zwielicht. Beide Aufnahmen sollten dann elegant in Photoshop vereint werden. Außerdem musste noch eine Person, die am Termin nicht konnte, zu einem späteren Zeitpunkt fotografiert und hineinmontiert werden. Hinzu kommt, wie bei jedem Gruppenbild, dass es eigentlich kein Foto gibt, auf dem alle Personen in die Kamera schauen, die Augen geöffnet haben… usw. also musste auch das gefixt werden.

OK, so sah dann mein Abend am Rechner aus. Habe von der Bildbearbeitung einen Mitschnitt gemacht.

YouTube Preview Image

Und hier ein paar Making-of-Schüsse: Originalsituation und Greenscreen-Nachbau des Settings im Foyer.

Frohe Weihnachten :)

new kids on the wall

Mittwoch, 05. Dezember 2012

Auftrag: neue Bilder von zwei Kids machen. Großformatige Drucke anfertigen. Hier das Ergebnis.

Hier die Drucke:

2 mal 1,5m x 1m und

2 mal 1,5m x 1,5m. Macht 7,5qm Bild.

Die Bilder sind von der Fine Art Manufaktur in Neuss angefertigt worden. Alu-Dibond auf der Rückseite und eine schützende Plexiglasplatte vorne. Auch die Rahmen sind individuell gebaut. Wenn man so davor steht, in der Größe… WOW!

Was sich als sehr schwierig erwiesen hat, war die Bildauswahl… nein, es waren nicht 5-6 Bilder die für die Wand in Frage kamen…

Und hier noch ein Making Of aus dem Maisfeld bzw. vom Acker. Anette Amort hat das Make Up übernommen.  Auch die Maiskrone ist sehr schön geworden. Die Maisblätter habe ich mir in einem nahe gelegenen Feld “besorgt”. Fotografiert haben wir übrigens an zwei verschiedenen Tagen. Ein Tag Locationscouting war vorausgegangen, wobei dabei auch die Bildidee mit dem Thema “Kindheit auf dem Land” entstanden ist.

Ach ja eins noch: Kinder zu Fotografieren, erfordert gerne auch mal Geduld… :)